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Libyenreise mit der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

Vom 14.-19.01.2000 nahm ich an der Reise der Deutsch-Arabischen Gesellschaft teil. Ziel dieser Reise war ein erster Kontakt deutscher Geschäftsleute mit libyschen Stellen. Etwa 50 Vertreter von deutschen Firmen aus den verschiedensten Bereichen, nahmen an dieser Reise teil.

Angeführt wurde diese Delegation von Jürgen Möllemann, Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, Dr. Peter Scholl Latour einem prominenten Journalisten und Generalsekretär Harald M. Bock.

In Vorbereitung der Reise haben alle Teilnehmer ein persönliches Profil eingereicht, daß in einer Broschüre zusammengefaßt wurde. Leider war diese Broschüre erst am Abflugtag verfügbar. Sicherlich wäre es in Zukunft sinnvoll, eine solche Broschüre so rechtzeitig zu erstellen, daß diese Broschüre schon vor der Ankunft einer Delegation an die Gastgeber in ausreichender Anzahl verteilt werden kann. Nun bleibt abzuwarten ob sich aufgrund hoffentlich zahlreich verteilter Broschüren die Kontaktaufnahme beleben wird.

Es war daher enttäuschend, daß an unseren Treffen nur wenige private Geschäftsleute teilnahmen. Diese waren erstaunt, daß man sie nicht im vorab über die Ankunft einer solchen Delegation informiert hatte. Für Reisende, die mit dieser Delegation das erste Mal Libyen bereisten sicherlich ein Handikap.

Für Kenner des Landes sicherlich weniger ein Problem, da man sich zu Treffen mit eigenen Kontakten ausklinken konnte.

So waren unsere Gesprächspartner in erster Linie Vertreter der staatlichen Stellen, die noch weitgehend allen anderen Aktivitäten vorgeschaltet sind.

Wir wurden über den aktuellen Stand der libyschen Wirtschaft und über den nächsten 5 Jahresplan informiert, der 35 Milliarden US$ Investitionen in den Jahren 2001 bis 2005 vorsieht. Jährlich sollen hierfür US$ 3 Milliarden von staatlicher Seite und US$ 4 Milliarden von privaten Investoren aufgebracht werden.

Die private Wirtschaft erwacht erst wieder und ist weitgehend auf Dienstleistungen wie, Restaurants, Transporte, Verzollungen und Kleinhandel und Kleingewerbe beschränkt.

Vertretungen größerer Firmen sind nach wie vor staatlichen Stellen vorbealten.

In Misurata plant man die Einrichtung einer Freihandelszone nach internationalem Muster, von der man sich verstärkte private Investitionen besonders aus dem Bereich Transport und Verkehr verspricht.

Gerne will man über BOT(Build, Operate, Transfer) - Projekte mit Firmen ins Gespräch kommen. Erste Ansätze gibt es im Zementbereich für das Great Man Made River - Projekt.

Dieses Projekt greift auf große unterirdische Süsswasser-Resservoire zu, die tief aus der Wüste Wasser in großen Betonpipelines mit einem Durchmesser von bis zu 4 m an die Küste pumpen werden. Dieses Wasser soll die Städte mit Trinkwasser und die Landwirtschaft an der Küste versorgen. Auch an einen möglichen Export von Trinkwasser an die Nachbarn wird gedacht. Für die Vermarktung eines solchen Konzepts sucht man Partner!

Italiensche Firmen sind bereits Joint Ventures bei der Fischzucht eingegangen.

Das Stadtbild und die Umgebung von Tripolis bestätigen die Wirkung des Embargos. Es gab keine nennenswerte Bautätigkeit und viele Bereiche sind sanierungsbedürftig.

Gute Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich für Anlagenbauer im Bereich Stromversorgung, Wasseraufbereitung.

Weitere Möglichkeiten gibt es auch im Bereich Ersatzteile für Fahrzeuge, sowie im Handel mit Verbrauchsgütern.

Auf jeden Fall ist von libyscher Seite der Wunsch nach finanzieller Beteiligung, ausländischer Partner, bei entsprechend attraktiven Rahmenbedingungen, vorhanden.

Momentan sind starke Beziehungen zu italienischen, französischen und asiatischen Firmen zu beobachten. Das deutsche Engagement war in den letzten 16 Jahren sehr beschränkt.

Wir waren seit dieser Zeit die erste größere Delegation von deutscher Seite und hier wurde von libyscher Seite mehrfach der Wunsch und die Chancen nach Verbesserung und Vertiefung dieser Kontakte laut.

Von privater Seite ist auch ein starkes Interesse nach neuen Kontakten und Belebung bestehender Kontakte vorhanden.

Gute private Kontakte vor Ort sind ausschlaggebend für den Erfolg der Geschäfte, da die lokalen Strukturen ohne diese Kontakte nicht zu durchdringen sind.

Es ist sicherlich Anlaß zu einem gedämpften Optimismus, Geschäfte können gemessen am bisherigen Level nur besser werden! Sicherlich werden viele den Markt zunächst beobachten und auf positive Zeichen risikobereiter Investoren warten.

Konkrete Angaben zu Projekten in Verbindung mit dem neuen 5 Jahresplan wurde von offiziellen Stellen nicht gemacht. Von daher wird schon einige Zeit ins Land gehen bevor neue Projekte realisiert werden.

Hier wurden wir auf einen Kongreß und eine Messe im April verwiesen, wo dieser neue Plan und in dessen Rahmen geplante neue Projekte vorgestellt werden soll.

Anreize will man für alle Investoren im Bereich Wasseraufbereitung, Müll- und Abwasserbehandlung, Tourismus und Landwirtschaft und anderen industriellen Bereichen gewähren. Dazu gehören langfristige Steuerbefreiung und freier Transfer der Überschüsse.

Bevor eine Investition bewilligt werden kann, muß der potentielle Investor eine Wirtschaftlichkeitsstudie vorlegen, die dann von kompetenten libyschen Experten geprüft wird, wobei klar bestätigt wurde, daß eine Investition Aussicht auf Profitabilität haben muß, weil nur der Erfolg im beiderseitigen Interesse liegt.

Wer wagt - der gewinnt!?

Sie suchen einen Partner in Libyen?

Ich kann helfen, sprechen Sie mich an!

Gegendarstellung von Herrn Harald M. Bock:

Harald M. Bock

Generalsekretär der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

Calvinstr. 23, 10557 Berlin

bock@d-a-g.de

Sehr geehrter Herr Kotthaus,

Ihren Bericht habe ich gelesen. Ich bin etwas verwundert, dass Sie die Kritikpunkte getreu dem Grundsatz audiatur et altera pars nicht zuvor mit mir besprochen haben.

Herr Heise und Herr Schattlo waren vor der Reise zur Vorbereitung zweimal (vor und auch Ramadan teils mehrere Wochen) in der SPLAJ und haben dort mit der Kammer und den Ministerien die Reiseziele besprochen und die Interessen der potentiellen Teilnehmer - soweit sie denn schon von dieser Seite verbalisiert worden waren - in aller Breite erörtert. Es stellte sich heraus, dass unsere Botschaft - lassen Sie mich dies vorsichtig formulieren - möglicherweise aus Kapazitätsgründen dabei bisweilen überfordert war, die manchmal erforderlichen Rahmenbedingungen günstiger zu gestalten.

Die Reiseteilnehmer meldeten sich bei uns teils sehr spät - einige entschieden sich erst drei Tage vor Abflug -, so dass wir nicht in der Lage waren, frühzeitig die endgültigen Listen nach Tripolis weiterzugeben. Die libysche Seite hatte von uns allerdings schon einen Monat vor Eintreffen der Delegation eine Aufstellung mit über 80 % der Teilnehmer erhalten und dazu auch die Firmenprofile. Allerdings, diese Firmenselbstdarstellungen erhielten wir z.T. so spät und so unvollständig und wenig korrekt, dass es zum Verzweifeln war. Ständige Telefonate und Hin-und Herr-Mails waren die Folge. Mit den Fotos dasselbe Spielchen. Dann musste alles noch übersetzt werden. Unsere Mitarbeiter legten mehrere Nachtschichten ein. Der Fotosetzer, der uns eine verbindliche Deadline gegeben hatte, lehnte schließlich ab, weiterzuarbeiten. Das ließ sich nur dadurch glätten, dass wir sein Honorar wegen der notwendig gewordenen Nachtstunden verdoppelten. Dasselbe beim Drucker. Herr Heise konnte schließlich vor seiner Abreise die Druckfahnen mitnehmen und nicht, wie geplant, die fertigen Broschüren.

Verehrter Herr Kotthaus, die heile Welt kenne ich auch. Ich weiß auch, was denn besser wäre. Ich hoffe für Sie, dass Sie immer überall die heile Welt vorfinden.

Ich meine für uns beanspruchen zu können, dass wir bei der Vorbereitung dieser Reise das Unmögliche realisiert haben. Wir haben Fallstricke und Disteln und Skorpione beseitigt, von deren Existenz keiner der Teilnehmer überhaupt eine Ahnung hatte. Einige jedenfalls haben dafür Gespür gezeigt. Das waren diejenigen, für die Libyen nicht terra incognita ist.

Ich meine, es ist ein Gebot der Fairness, diese Mail in Ihre Homepage einzustellen, bzw. in dieser für die Widrigkeiten, mit denen der Veranstalter der Reise fertig werden musste, Transparenz zu schaffen; das schulden Sie dem Vorbereitungsteam, das bis zuletzt diese Strapazen schulterte.

Schließlich: wir erwarten in wenigen Wochen Herrn Shaban, den tripolitanischen Kammerpräsidenten und eine kleine Delegation in Berlin.

Mit den besten Grüßen und Wünschen für allen geschäftlichen Erfolg

Ihr

Harald M. Bock

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